Nachgefragt

Schmerzen verstehen – Interview mit Physiotherapeut Hugo Stam

Ob Reha-Trainer, Phyiostherapeut oder Sportwissenschaftler – mit Schmerzen bei Patient:innen und Sportler:innen kommt jeder im seinem Alltag in Kontakt. Daher ist wichtig, ein Bewusstsein für Schmerz zu schaffen. Und das nicht nur auf Therapeut:innenseite, sondern gerade auch auf Patientenseite. Im Interview zeigt Physiotherapeut Hugo Stam auf, warum dem so ist. 

OSINSTITUT: Schmerz – jeder hat eine Vorstellung, was das ist. Gibt es eine Definition aus wissenschaftlicher Sicht?

Hugo Stam: Ja, es gibt eine offizielle Definition von der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP). Diese ist sehr akademisch formuliert und wurde schon einige Male überarbeitet. Mir persönlich gefällt die Definition von Butler und Moseley (2016) besser: Schmerzen entstehen, wenn das subjektive Gefühl der Bedrohung (danger in me - DIM) grösser ist als das subjektive Gefühl der Sicherheit (safety in me – SIM). Grundsätzlich schützt Schmerz uns (pain is a protector), nur: zu viel und zu lange anhaltender «Schutzstatus» ist ein wesentlicher Anteil persistierender Beschwerden.

OSINSTITUT: Warum sollten sich Therapeuten intensiv mit Schmerz und vor allem auch der Entstehung von Schmerz auseinandersetzen?

Hugo Stam: Bei Beschwerden des Bewegungsapparates steht der Schmerz meist primär im Vordergrund, von daher sollten wir, als Spezialisten für die Behandlung solcher Beschwerden, unbedingt die damit verbundenen biologischen Vorgänge kennen und verstehen. Dadurch sind wir besser in der Lage, die Symptome zu interpretieren und einzuordnen. Das wiederum dient als Grundlage für gezieltes Management.

OSINSTITUT: Wieso kommt der Edukation bei Schmerzpatient:innen so eine wichtige Stellung zu?

Hugo Stam: Die Edukation wird heutzutage in allen Behandlungsrichtlinien für muskuloskelettale Störungen aufgenommen. Es hat sich gezeigt, dass bei Patient:innen schon das bessere Verständnis für diese Störungen desensibilisierend wirkt. Das trägt dazu bei, dass sie ihrem Körper wieder mehr vertrauen und somit eine größere Bereitschaft haben, sich allmählich wieder Bewegung und Belastung auszusetzen.

OSINSTITUT: Welche drei Fragen stellst du Schmerzpatienten in jedem Fall?

Hugo Stam: 

OSINSTITUT:  Hast du Literaturtipps, wenn man sich intensiver mit dem Thema Schmerz auseinandersetzen möchte?

Hugo Stam: Natürlich, es gibt einige Beiträge dazu. Empfehlen würde ich die folgenden:

OSINSTITUT: Vielen Dank für das Interview. Wir freuen uns schon auf das Onlineseminar mit dir am 23. Oktober 2025.


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