Schon gewusst?
Der Herabschauende Hund – Nicht nur eine Übung

Schon kleine Änderungen einer Übungsausführung können den Fokus einer Übung verschieben. Wie das aussehen kann, stellen wir heute am Bespiel der Übung Herabschauender Hund vor.

Hände auf den Boden, Po in die Höhe gestreckt, Beine gestreckt, Hüfte gebeugt, gerader Rücken – das ist? Na klar, der Herabschauende Hund oder Downward Facing Dog, wohl eine der bekanntesten Haltungen im Yoga. Doch auch in der Rehabilitation, im Prehab Training und im Warm Up eines Return to Sport ist diese Übung super aufgehoben. Das spannende dabei: Schon leichte Veränderungen in der Ausführung ermöglichen es dem Therapeuten oder Trainer das Ziel der Übung zu variieren.


Seminarhinweis:


Der Herabschauende Hund Übung für die Flexibilität der hinteren Kette

In seiner aus dem Yoga bekannten Ausführung, ist der Herabschauende Hund in erster Linie eine Übung, um die Ischiocrurale Muskulatur zu dehnen und so die Flexibilität in der hinteren Kette zu verbessern. Während der Ausführung streckt der Trainierende die Knie aktiv und drückt die Fersen in Richtung Boden. Eine noch stärkere Dehnung erreicht man, indem man zusätzlich den Vorfuß Richtung Schienbein zieht.

Verändert man die Ausführung des Herabschauenden Hundes, wird aus der „Dehnübung“ eine super Motor Control Übung. Und so geht’s.

Der Herabschauende Hund als Motor-Control Übung

In dem man die Betonung gezielt auf die Hüftbeugung legt, lässt sich ein Hip Hinge sehr gut trainieren. Der Trainierende muss während der kompletten Ausführung Becken und Lendenwirbelsäule in einer neutralen Position verteidigen, die Bewegung wird ausschließlich aus der Hüfte initiiert und fungiert als Drehpunkt. Ziel ist es, das Steißbein nach oben zu bewegen, nicht das Kreuzbein. Die Bewegung wird so weit ausgeführt, wie genügend motorische Kontrolle aufgebracht werden kann, um Becken und LWS neutral zu halten.

Der Herabschauende Hund als Serratus Aktivierung

Und schließlich kann man den Herabschauenden Hund auch für eine Serratus Aktivierung nutzen und den Fokus auf die Schulter legen. Der Trainierende drückt sich hierbei aus den Armen in die Endposition, indem er, bildlich gesprochen, den Boden wegschiebt. Die Ellenbogen bleiben gestreckt und die Schultern kommen in eine endgradige Flexion. Die Knie müssen in diesem Fall nicht unbedingt gestreckt gehalten werden.

Das Beispiel des Herabschauenden Hundes macht deutlich, wie ein anderer Fokus bei der Ausführung einer Übung ihre Funktion beziehungsweise ihr Ziel verändern können. Bedenkt man dies, wird der eigene Übungskatalog im Handumdrehen umfangreicher, ohne, dass man sich „neue“ Übungen einfallen lassen muss.

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Text: Nils Borgstedt