OS Institut - Bewegung für Orthopädie & Sportmedizin

Eduard Kurz beim diesjährigen BGU Spätsommersymposium

Return to Sport nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion

Am 22. und 23. September 2017 fand in Frankfurt das 4. Spätsommersymposium der BGU (Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main) statt. Thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung war "Mikrotraumatische, makrotraumatische und degenerative Rotatorenmanschettenläsionen". Die Vorträge der geladenen Experten beschäftigten sich mit der Diagnostik, operativen Versorgung und verschiedenen Therapieansätzen.  

Unser Dozent Eduard Kurz referierte zum Thema "Return to Sport nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion - welche Zielparameter nutze ich für eine gesteuerte Rehabilitation?". Am Anfang der Reha nach einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion steht die Wundheilung im Vordergrund. Je mehr sich der Fokus in Richtung Funktion der operierten Struktur verschiebt, umso wichtiger wird die Frage nach den Zielen des Patienten. Möchte der Patient wieder in seinen Sport zurückkehren muss bestimmt werden, welchen Belastungen die betroffene Struktur in dieser Sportart bzw. Disziplin ausgesetzt ist. Für die Rehabilitation nach Operationen im Bereich der oberen Extremität, stellen Sportarten mit Schlag-, Stoß- und Wurfbelastungen die höchste Herausforderung dar. Um sich auf diese Anforderungen vorzubereiten müssen zunächst die Basisfunktionen wieder hergestellt werden. Diese können durch den Return to Activity Algorithmus (RTAA) für die obere Extremität getestet und mit korrigierenden Übungen verbessert werden.

Mit dem Abschluss des geforderten RTAA-Levels sind die Mindestvoraussetzungen für den jeweiligen Sport erreicht. Dieser Status des Patienten darf jedoch nicht mit einem "Return to Sport" gleichgesetzt werden. Für eine Rückkehr in den Sport müssen sportartspezifische Bewegungen bzw. Zielfunktionen in das Training integriert werden. Dies bedeutet, dass spätere Zielfunktionen im Training imitiert werden müssen und eine Belastungserprobung stattfinden muss.

So sollte Beispielsweise ein Athlet, der wieder Eishockey spielen möchte einen bilateralen und unilateralen Stütz beherrschen und ein freies Bewegungsausmaß im Schultergürtel haben. Erst wenn diese Basisfunktionen wieder erlangt sind, kann ein eishockeyspezifisches Training empfohlen werden. Die Übergangsphase vom Return to Activity zum Return to Sport ist die Schnittstelle zwischen Rehabilitation und sportartspezifischen Training. 

Wie ein solcher Übergang gestaltet werden kann, ist Thema unseres Seminars "OS Athletic Training".

http://www.osinstitut.de/seminare/5/seminar-3-os-athletic-training

Mehr Informationen zum RTAA für die obere Extremität und ein Beispiel aud dem Eishockey findet Ihr in unseren Publikationen.

Fotograf (Porträt): Stefan Oldenburg